Der Boxer
Rassestandard des Deutschen Boxers
Zur Einstimmung:
Warum der Boxer mein Hund ist!?
Weil er kurzhaarig-glatt ist, weder zu groß noch zu klein ist.
Weil er körperlich derb - charakterlich fein ist.
Weil er intelligent und originell ist.
Weil er folgsam, kein Freund von Gezänk und Gebell ist.
Auch kein Spielzeug der Halbwelt, kein modischer Putz ist.
Sondern immer ein Achtung gebietender Schutz ist.
Weil er unbestechlich, voll Kraft und Mut ist, aber trotzdem zu Kindern behutsam und gut ist.
Weil er dankbar und treu bis zur letzten Stund ist.
... genügt das als Antwort, warum er mein Hund ist?
(entlehnt der Broschüre "75 Jahre Boxer-Klub e.V. Gruppe Stuttgart")
F.C.I.-Standard
Nr. 144 / 02.04.2001 / D
Deutscher Boxer
Ursprungsland: Deutschland
Datum der Publikation des gültigen Originalstandardes: 13.03.2001
Verwendung: Begleit-, Schutz- und Gebrauchshund
Klassifikation FCI: Gruppe 2; Sektion 2.1 Molosser und doggenartige Hunde.
Mit Arbeitsprüfung
Kurzer
geschichtlicher Überblick
Als unmittelbarer Vorfahre des Boxers gilt der Kleine bzw. Brabanter Bullenbeißer.
Die damalige Zucht der Bullenbeißer lag meistens in den Händen von Jägern, denen
er zur Jagd diente. Seine Aufgabe war es, das von den Hetzhunden getriebene Wild zu
packen und festzuhalten, bis der Jäger kam und die Beute erlegte. Für diese
Aufgabe mußte der Hund ein möglichst breites Maul mit breitem Zahnstand haben, um sich
richtig festzubeißen und auch festzuhalten. Jeder Bullenbeißer, der diese Merkmale
hatte, war für seine Aufgabe am besten geeignet und kam somit auch zur Weiterzucht,
die früher nur nach der Tätigkeit und dem Verwendungszweck erfolgte. So wurde auch
eine Zuchtauslese betrieben, die einen breitschnauzigen Hund mit aufgestülptem
Nasenschwamm hervorbrachte.
Allgemeines
Erscheinungsbild:
Der Boxer ist ein mittelgroßer, glatthaariger, stämmiger Hund mit kurzem,
quadratischem Gebäude und starken Knochen. Die Muskulatur ist trocken, kräftig entwickelt
und plastisch hervortretend. Die Bewegungen sind lebhaft, voll Kraft und Adel. Der
Boxer darf weder plump noch schwerfällig, noch leibarm oder windig erscheinen.
WICHTIGE
MAßVERHÄLTNISSE (PROPORTIONEN):
a) Länge des Gebäudes: Widerristhöhe
Das Gebäude ist quadratisch, d.h. die Begrenzungslinien, eine waagerechte den
Rücken und je eine senkrechte die Bugspitze bzw. die Sitzbeinhöcker berührend,
bilden ein Quadrat.
b) Brusttiefe: Widerristhöhe
Die Brust reicht bis zu den Ellenbogen. Die Brusttiefe beträgt die Hälfe der
Widerristhöhe.
c) Länge des Nasenrückens: Länge des Kopfes: Die Länge des Nasenrückens
verhält
sich zur Länge des Oberkopfes wie 1:2 (gemessen von der Nasenkuppe bis zum
inneren Augenwinkel bzw. vom inneren Augenwinkel bis zum Hinterhauptbein).
VERHALTEN
UND CHARAKTER:
Der Boxer soll nervenstark, selbstbewußt, ruhig und ausgeglichen sein. Sein
Wesen
ist von allergrößter Wichtigkeit und bedarf sorgsamster Pflege. Seine Anhänglichkeit
und Treue gegenüber seinem Herrn und dem ganzen Haus, seine Wachsamkeit und
sein unterschrockener Mut als Verteidiger sind von Alters her berühmt. Er ist
harmlos in der Familie aber mißtrauisch gegenüber Fremden, heiter und freundlich beim
Spiel, aber furchtlos im Ernst. Er ist leicht auszubilden vermögens seiner
Bereitschaft zur Unterordnung, seines Schneides und Mutes, seiner natürlichen Schärfe und
seiner Riechfähigkeit. Bei seiner Anspruchslosigkeit und Reinlichkeit ist er gleich
angenehm und wertvoll in der Familie wie als Schutz-, Begleit- oder Diensthund. Sein
Charakter ist bieder, ohne Falschheit und Hinterlist, auch im höheren Alter.
KOPF:
Er verleiht dem Boxer das Gepräge, muß in gutem Ebenmaß zum Körper sein und
darf weder zu leicht noch zu schwer erscheinen. Der Fang soll möglichst breit
und
mächtig sein. Die Schönheit des Kopfes beruht auf dem harmonischen Größenverhältnis
zwischen Fang und Oberkopf.
Von welcher Richtung der Kopf auch betrachtet werden möge, von vorn, von oben
oder von der Seite, immer muß der Fang im richtigen Verhältnis zum Oberkopf
stehen, d.h. niemals zu klein erscheinen. Er soll trocken sein, also keine Falten
zeigen.
Naturgemäß bilden sich jedoch Falten auf dem Oberkopf bei erhöhter
Aufmerksamkeit.
Von der Nasenwurzel zu beiden Seiten abwärts verlaufend sind Falten stets
angedeutet.
Die dunkle Maske beschränkt sich auf den Fang und muß sich von der Farbe des
Kopfes deutlich abheben, damit das Gesicht nicht finster wirkt.
OBERKOPF
Schädel: Der Oberkopf soll möglichst schlank und kantig sein. Er ist leicht
gewölbt,
weder kugelig kurz, noch flach und nicht zu breit, der Hinterkopf nicht zu hoch.
Die
Stirnfurche ist nur schwach angedeutet, sie darf besonders zwischen den Augen
nicht
zu tief sein.
Stop: Die Stirn bildet zum Nasenrücken einen deutlichen Absatz. Der Nasenrücken
darf nicht bulldogartig in die Stirn eingetrieben, aber auch nicht abfallend
sein.
GESICHTSSCHÄDEL
Nase: Die Nase ist breit und schwarz, ganz leicht aufgestülpt; weite Nasenlöcher.
Die Nasenspitze liegt etwas höher als die Nasenwurzel.
Fang: Der Fang sei mächtig entwickelt in den drei Dimensionen des Raumes, also
weder spitz noch schmal, kurz oder flach. Seine Gestalt wird beeinflusst durch
a) die
Form der Kiefer, b) die Stellung der Fangzähne und c) die Beschaffenheit der
Lefzen.
Die Fangzähne müssen möglichst weit auseinander stehen und von guter Länge
sein,
wodurch die vordere Fläche des Fanges breit, fast quadratisch wird und mit dem
Nasenrücken einen stumpfen Winkel bildet. Vorne liegt der Saum der Oberlippe
auf
dem Saum der Unterlippe. Der aufwärts gebogene Teil des Unterkiefers mit der
Unterlippe, das Kinn genannt, darf die Oberlippe nach vorne nicht auffällig überragen,
noch weniger aber unter ihr verschwinden, sondern er muß sowohl von vorn als auch
von der Seite gut markiert sein. Die Fang- und Schneidezähne des Unterkiefers dürfen
bei geschlossenem Fang nicht sichtbar sein, ebenso wenig darf der Boxer bei
geschlossenem Fang die Zunge zeigen. Der Oberlippenspalt ist gut sichtbar.
Lefzen: Die Lefzen vollenden die Gestalt des Fanges. Die Oberlippe ist dick und
wulstig, sie füllt den Hohlraum aus, welcher durch den längeren Unterkiefer
entsteht, wobei sie von den Fangzähnen desselben getragen werden.
Gebiss: Der Unterkiefer überragt den Oberkiefer und ist leicht nach oben
gebogen. Der Boxer beißt vor. Der Oberkiefer ist breit am Oberkopf angesetzt und verjüngt
sich nach vorn nur wenig. Das Gebiß ist kräftig und gesund. Die Schneidezähne sind möglichst
regelmäßig in einer geraden Linie angeordnet, die Fangzähne weit auseinanderstehend und von guter Größe.
Backen: Die Backen sind dem kräftigen Kiefer entsprechend entwickelt, ohne
jedoch
zu betont hervorzutreten. Sie gehen vielmehr in einer leichten Wölbung in den
Fang
über.
Augen: Die dunklen Augen sind weder zu klein noch hervorquellend oder
tiefliegend.
Der Ausdruck verrät Energie und Intelligenz, er darf nicht drohend oder
stechend sein.
Die Lidränder müssen eine dunkle Farbe haben.
Ohren: Die naturbelassenen Ohren haben eine angemessene Größe; an den
höchsten Stellen des Oberkopfes seitlich angesetzt, liegen sie in Ruhestellung
an
den Backen an und fallen - besonders wenn der Hund aufmerksam ist - mit einer
deutlichen Falte nach vorne.
HALS:
Die obere Linie verläuft in einem eleganten Bogen vom deutlich markiertem
Genickansatz zum Widerrist. Er soll von reichlicher Länge sein, rund, kräftig,
muskulös und trocken.
KÖRPER:
Quadratisch. Der Rumpf ruht auf stämmigen, geraden Läufen.
Widerrist: Soll markiert sein.
Rücken: Soll, einschließlich der Lendenpartie, kurz fest, gerade, breit und
stark
bemuskelt sein.
Kruppe: Leicht geneigt, flach gewölbt und breit. Das Becken soll lang und
besonders
bei Hündinnen breit sein.
Brustkorb: Tief, bis zu den Ellenbogen reichend. Die Brusttiefe beträgt die Hälfte
der Widerristhöhe.
Gut ausgebildete Vorbrust. Die Rippen gut gewölbt, aber nicht tonnenförmig
gerundet, weit nach hinten reichend.
Untere Linie: Verläuft in einem eleganten Schwung nach hinten. Kurze, straffe
Flanken, leicht aufgezogen.
RUTE:
Der Ansatz eher hoch als tief. Die Rute bleibt naturbelassen.
GLIEDMAßEN:
Die Vorderläufe müssen von vorn gesehen gerade sein, parallel zueinander
stehen
und starke Knochen haben.
Schultern: Lang und schräg, straff mit dem Rumpf verbunden; sie sollten nicht
zu
stark bemuskelt sein.
Oberarm: Lang und zum Schulterblatt in einem rechten Winkel liegend.
Ellenbogen: Weder zu stark an die Brustwand angedrückt noch abstehend.
Unterarm: Senkrecht, lang und trocken bemuskelt.
Vorderfußwurzelgelenk: Kräftig, gut markiert, doch nicht augetrieben.
Vordermittelfuß: Kurz, fast senkrecht zum Boden stehend.
Vorderpfoten: Klein, rund, geschlossen, dick gepolsterte Ballen mit harten
Sohlen.
HINTERHAND:
Sehr stark bemuskelt, die Muskulatur bretthart und sehr plastisch hervortretend.
Die Hinterläufe sollen von hinten gesehen gerade sein.
Oberschenkel: Lang und breit. Hüft- und Kniegelenkswinkel möglichst wenig
stumpf.
Knie: Soll in der Grundstellung so weit nach vorn reichen, dass es eine vom Hüfthöcker
zum Boden gezogene Senkrechte noch berührt.
Unterschenkel: Sehr muskulös.
Sprunggelenk: Kräftig, gut markiert, doch nicht aufgetrieben. Der Winkel beträgt
ca. 140 Grad.
Hintermittelfuß: Kurz, mit einer geringen Neigung von 95 - 100 Grad zum Boden.
Hinterpfoten: Etwas länger als die vorderen. Geschlossen, dick gepolsterte
Ballen mit
harten Sohlen.
Gangwerk/Bewegung: Lebhaft und voll Kraft und Adel.
HAUT:
Trocken, elastisch, ohne Falten.
HAARKLEID:
Kurz, hart, glänzend und anliegend.
FARBE:
Gelb oder gestromt. Gelb kommt in verschiedenen Tönen vor, von hellgelb bis
dunkelhirschrot, jedoch sind die in der Mitte liegenden die schönsten (=
rotgelb).
Schwarze Maske. Die gestromte Varietät hat auf gelbem Grund in den obigen Abstufungen dunkle oder schwarze, in Richtung der Rippen verlaufende Streifen.
Grundfarbe und Streifen müssen sich deutlich voneinander abheben. Weisse Abzeichen sind
nicht grundsätzlich zu verwerfen, sie können sogar recht ansprechend sein.
GRÖSSE:
Gemessen vom Widerrist, vorbei am Ellenbogen, bis zum Boden.
Rüden: 57 - 63 cm
Hündinnen: 53 - 59 cm
GEWICHT:
Rüden: über 30 kg (bei etwa 60 cm Widerristhöhe).
Hündinnen: ungefähr 25 kg (bei etwa 56 cm Widerristhöhe).
F
E H L E R :
Jede Abweichung von den vorgenannten Punkten muss als Fehler angesehen
werden, dessen Bewertung im genauen Verhältnis zum Grad der Abweichung
stehen sollte.
VERHALTEN UND CHARAKTER:
Aggressivität, Bösartigkeit, Hinterlist, Unzuverlässigkeit, Mangel an
Temperament, Feigheit.
KOPF:
Mangel an Adel und Ausdruck, finsteres Gesicht, Pinscher- oder Bulldogkopf,
Geifern, Zähne oder Zunge zeigen, zu spitzer oder zu leichter Fang, abfallender
Nasenrücken, Leder- oder Wetternase, heller Nasenschwamm, sogenanntes Raub-
vogelauge, nicht durchgefärbte Nickhaut, bei nicht kupierten Ohren: flatternde,
halbaufgerichtete oder aufgerichtete Ohren, Rosenohren, verkanteter Unterkiefer,
schräge Zahnleiste, fehlerhafte Zahnstellung, schwach ausgebildete Zähne,
untaugliches Gebiß infolge Krankheit.
HALS:
Kurz, dick, lose Kehlhaut.
KÖRPER:
Zu breite und niedrige Front, durchhängender Rumpf, Karpfenrücken, Senkrücken,
magerer Rücken, lange schmale, scharf eingesenkte Lenden, schwache Verbindung mit der Kruppe, gewölbte Lendenpartie, abfallende Kruppe, enges Becken,
Hängebauch, hohle Flanken.
RUTE:
Tiefer Ansatz, Knickrute.
VORDERHAND:
"Französischer" Stand, lose Schultern, lose Ellenbogen, schwaches
Vorderfuß-
wurzelgelenk, Hasenpfoten, flache, gespreizte Pfoten.
HINTERHAND:
Schwache Muskulatur. Zu wenig gewinkelte oder überwinkelte Hinterhand. Säbel-
beine, Faßbeinigkeit, Kuhhessigkeit, Hackenenge, Afterkrallen, Hasenpfoten,
flache, gespreizte Pfoten.
GANGWERK:
Watscheln, wenig Raumgriff, Passgang, Steifheit.
FARBE DES HAARES:
Über den Fang hinausreichende Maske. Zu dicht aneinander liegende oder nur
vereinzelt erkennbare Streifen. Schmutzige Grundfarbe. Sich vermischende
Farben. Unschöne weiße Abzeichen, Wie ganz oder halbseitig weißer Kopf.
Andersfarbige oder solche, deren Grundfarbe von mehr als einem Drittel Weiß
verdrängt wird.
ANMERKUNG:
Rüden müssen zwei offensichtlich normal entwickelte Hoden aufweisen, die sich
vollständig im Skrotum befinden.
Mit
Dankbarkeit entlehnt der Homepage des Boxerklub München e.V.